Solarkraftwerk in Halenbeck-Rohlsdorf

Ein Gemeinderat beschwert sich, er fühlt sich nicht fair behandelt von seinen Gemeindemitgliedern. Kein Gemeinderatsmitglied versteht dieses Verhalten seiner Gemeindemitglieder?

Ein Solarkraftwerk von 250 ha auf einem landwirtschaftlichen Feld soll entstehen. Ein Riesenprojekt, das Beste, was unserer Gemeinde passieren kann. „Das Projekt hilft alle Probleme in der Gemeinde zu lösen – finanziell und nachhaltig.“ – so der Gemeinderat.

Es ist schon sehr überheblich, davon auszugehen, dass man durch die Wahl in den Gemeinderat das Mandat erhält, nur die eigene Ansicht gelten zu lassen. Also ich könnte nicht ruhig schlafen.

Es wäre doch für jedes Gemeinderatsmitglied eine Absicherung, wenn der Gemeinderat gemeinsam mit den Bürgern diesen Weg geht: Bauen wir ein Solarkraftwerk oder lassen wir es sein.
Seit dem Sommer 2020 wird der Gemeinderat ständig darum gebeten.
Gerade die Bürgermeisterin prangert immer wieder an, dass die Bürger nicht am Gemeindeleben teilnehmen, nicht aktiv mitarbeiten. Und jetzt sagen vielleicht 10 % der Gemeinde, sie möchten mit dem Gemeinderat zusammen dieses Vorhaben angehen. Sie möchten mitreden und jedes Gemeindemitglied sollte gefragt werden. Was wäre das für eine Chance, endlich einmal die Bürger zu Gemeinsamkeit zu führen, damit dann mehr als 10 % dabei sind.

Die Gemeinderatsmitglieder wollen nicht angegiftet werden, vergiften aber mit ihrer diktatorischen Entscheidung die Atmosphäre in den fünf Gemeindedörfern.

Ich habe mir im Kino Astoria in Wittstock den Film „End of Landschaft“ angesehen. Danach gab es einen Meinungsaustausch, eine Diskussion von betroffenen Bürgern. Das war für mich so schockierend, ich wusste nicht, wie viel Land um meinen Wohnort herum schon voll mit Windrädern und Solaranlagen ist, wie viele Parks noch geplant werden.
Eine zügellose Verbauung unberührter Natur- und Kulturlandschaften hat begonnen.
Das Verpachten von Feldern ist eine wahre Epidemie. Die Agrarwirtschaft kann von den vergifteten und toten Feldern nicht mehr ernten, zum Glück können sie nun verpachtet werden. Was ist das für eine Politik gegenüber den Bürgern, unserer Natur und den wichtigen landwirtschaftlichen Nutzflächen.

Der Ausbau regenerativer Energiegewinnung ist alternativlos und begrüßenswert. Aber industrielle Solaranlagen gehören ausschließlich auf bereits versiegelte Flächen, in bestehende Industriegebiete, auf Gewerbeflächen, Dächer und Fassaden von Fabrik- und Produktionsanlagen.

Die Agrarwende hat bereits begonnen. Wenn endlich die ökologische Landwirtschaft vom Staat unterstützt und gefördert wird, haben wir in unserer Gemeinde keine Chance mehr, die mit Solarmodulen vollgestellten Felder zu nutzen.

100%ig würde ich aber trotz meiner Einstellung gegenüber Solaranlagen auf Feldern an dem Vorhaben Solarkraftwerk mitarbeiten, wenn der größte Teil der Halenbeck-Rohlsdorfer für ein Solarkraftwerk stimmt. Denn dann war es eine gemeinsame Entscheidung.

 

Ellershagen im Dezember 2020

Elvira Gwozdz