Gemeindearbeiter

Zwei Tage vor unserem Dorffest gab es das Gerücht, dass die Gemeindearbeiter der Gemeinde Halenbeck-Rohlsdorf entlassen werden sollen.
Zum Dorffest wurde durch die beiden Gemeindearbeiter Kerstin Grambow und Rolf Selent für den Erhalt ihres Arbeitsplatzes eine Unterschriftensammlung begonnen. An diesem Tag unterzeichneten 128 Bürger gegen eine Entlassung.

Ein Anruf beim Amt ergab, dass dem Amtsleiter eine solche Kündigung nicht vorlag, jedoch das auch nicht so ohne weiteres möglich wäre. Es gibt Gemeinderatsmitglieder und Gemeindemitglieder, die meinen, dass die Gemeindearbeiter ihre Arbeit nicht gut machen, zu viel rumstehen und quatschen.
Ein Mitbürger, der die Arbeit der Gemeindearbeiter auch als AMB-Kraft leistete, meinte: „Diese Arbeit sollten die Meckerer erst einmal machen. Sie ist nicht exakt planbar; Technik und auch das Wetter spielen eine Rolle. Auch er wurde vom damaligen Bürgermeister angesprochen, dass er zuviel mit den Leuten „quatsche“. Das hat er sich nicht verbieten lassen. Wenn die Leute kommen, muss auch etwas Zeit sein zum Erzählen. Wichtig ist doch, dass die Arbeit geschafft wird. Auch waren es oft ältere Menschen. Da ist es auch besonders unhöflich und unsozial, sich nicht mit ihnen zu unterhalten.“

Am 01. August 2017 wurde an die Bürgermeisterin folgender Antrag von der Interessengemeinschaft Ellershagen „Wir gemeinsam“ überegeben:

 


Interessengemeinschaft Ellershagen „Wir gemeinsam“, Objektstraße 4, 16945 Halenbeck-Rohlsdorf Ellershagen

 

Ellershagen, den 01. August 2017

 

Antrag

Mit Durchführung unseres Dorffestes in Ellershagen haben wir von dem Beschluss erfahren, dass die Gemeindearbeiter entlassen werden sollen.  

Wir möchten nicht mehr, dass es zu Entscheidungen durch den Gemeinderat und der Bürgermeisterin kommt, ohne dass die Bürger dazu in Kenntnis gesetzt und erhört werden.

Wir nehmen die Information zur Kündigung der Gemeindearbeiter als Anlass für den ersten Schritt in Richtung „wir gemeinsam“. Unabhängig, ob es zu dieser Entscheidung kommt oder nicht, beantragen wir einen Gesprächstermin mit den Bürgern und dem Gemeinderat. Wir beantragen folgende Punkte zur Tagesordnung für diese Zusammenkunft:

  • Worin bestehen die Aufgaben der Gemeindearbeiter hinsichtlich der Stellenbeschreibung und der zusätzlichen übertragenen Arbeiten durch den Gemeinderat/Bürgermeisterin?Hierzu haben wir uns vorinformiert beim Amtsdirektor, bei den Gemeindearbeitern, beim ehemaligen Bürgermeister, bei ehemaligen ABM-Kräften.
  • Welche Gerätschaften beinhaltet der Fuhrpark, können die Arbeiten hiermit erledigt werden, bzw. welche Gelder sind im Haushaltsplan geplant für Erweiterungen/Reparaturen?
  • Wird von den Gemeindearbeitern ihre erledigte Arbeit erfasst, wenn ja, dann wie und in welchem Rhythmus (täglich, wöchentlich)?Nachfragen haben ergeben, dass es unzufriedene Bürger gibt und auch Gemeindebewohner, die große Achtung vor der Arbeit der Gemeindearbeiter haben. Wir haben auch festgestellt, dass Einige selber bestimmte Aufgaben erledigen. Somit ergibt sich daraus unser nächster wichtigster Tagesordnungspunkt:
  • Wie können Bewohner der Gemeinde Halenbeck-Rohlsdorf aktiv an der Gestaltung Ihrer Dörfer mitwirken – gemeinsam mit den Gemeindearbeiten?Gibt es einen Jahresarbeitsplan, den man aktiv für eine solche gemeinsame Arbeit nutzen kann, mit dem geplant werden kann?

 

Die Arbeit der Gemeindearbeiter ist ein sehr wichtiger Pfeiler in den Gemeinden, warum soll dieser umgehauen werden…..
Versuchen „wir gemeinsam“ eine Lösung zu finden.

 

Interessengemeinschaft Ellershagen „Wir gemeinsam“
www.ellershagen.de


Die Bürgermeisterin antwortete in der Bürgermeistersprechstunde, dass die Gemeindearbeit zum Öffentlichen Dienst gehört, hier gelten andere Regeln. Mitarbeiterangelegenheiten werden nicht öffentlich ausgetragen.

Am 12. August stand nun ein Artikel in der MAZ: „Gemeindearbeiter fürchten um ihre Arbeitsplätze“. Spätestens jetzt ist es kein Gerücht mehr. In der Zeitung stand, dass sich 5 Gemeindevertreter für die Auflösung des Bauhofs ausgesprochen haben.
Keine Rücksprache mit den Bürgern der Gemeinde Halenbeck-Rohlsdorf, wieder eine willkürliche Entscheidung: Hier gibt es doch Parallelen zur Entscheidung „Neubau Objektstraße“.

Wenn durch den Gemeinderat auch außer Acht gelassen wird, dass die Gemeindearbeiter wichtige Arbeiten in fünf Dörfern der Gemeinde Halenbeck-Rohlsdorf erledigen, ist da auch noch der moralische Aspekt – oder auch die christliche Nächstenliebe. Haben wir es nötig, in unserer friedlichen Gegend Menschen bei der Arbeit zu bespitzeln, anzuschwärzen und zu kündigen? Wir müssen das gemeinsam klären, damit ein „hinter den Gardinen stehen“ keine Chance hat.

Es muß eine außerordentliche Versammlung stattfinden, damit wir uns alle an einen Tisch setzen. Keine Beschimpfungen, nur konstruktive Vorschläge, kein „auf eine Seite schlagen“.

Liebe Bürger der Gemeinde Halenbeck-Rohlsdorf, denken Sie darüber nach, wie wir hier eine gemeinsame Lösung finden. Und helfen Sie dabei aufzupassen, dass der Gemeinderat über unsere Köpfe hinweg eine Entscheidung fällt, die der Gemeinde schadet.

Sollte der Gemeinderat keinen Termin für eine außerordentliche Versammlung festlegen, können Sie Ihre Meinung in der nächsten Gemeindevertretersitzung im September äußern. Den genauen Termin teilen wir Ihnen mit. Aber nehmen Sie hier zahlreich teil. Es reicht nicht, eine Unterschrift zu leisten, Sie müssen sich dem Problem auch stellen.

 

Interessengemeinschaft Ellershagen „Wir gemeinsam“

 


Heute stand der nachfolgende Brief von Herrn Dietrich Olinski aus Brügge in der Zeitung. Ich habe mich darüber sehr gefreut, spricht mir Herr Olinski doch aus dem Herzen.

LESERPOST MAZ vom 17. August 2017:

„Als Bürger unserer Gemeinde Halenbeck-Rohlsdorf aus dem Ortsteil Brügge freue ich mich, dass das Problem der „Entlassung“ unserer Gemeindearbeiter so ausführlich in der Zeitung dargestellt wird. Schon vor einigen Wochen erfuhr ich, was „unsere“ Gemeindevertreter mit Kerstin Grambow und Rolf Selent vorhaben. Ich war total überrascht und konnte es einfach nicht glauben.

Beim Dorffest, das im Ortsteil Ellershagen stattfand, wurden schon Unterschriften gegen die Entlassung gesammelt. Das war schon ein Zeichen dafür, dass die Bürger die Gemeindearbeiter behalten wollen. Was wird denn als Grund für die Entlassung angegeben? Wenn die Gemeindevertreter mit der Arbeit des Bauhofes nicht zufrieden waren, frage ich mich: Hat denn ein Gemeindevertreter mal den beiden gesagt, was an ihrer Arbeit nicht in Ordnung ist? Oder wurden beide auch einmal vor die Gemeindevertreterversammlung geladen, um ihrerseits ihre Sorgen vorzutragen?

Rolf Selent und Kerstin Grambow kennen sich in der Gemeinde mit den fünf Ortsteilen gut aus. Zur Zeit sind die vielen Grünflächen zu mähen. Im Herbst sind die Unmengen an Laub zu räumen. Außerdem sind beide auch handwerklich recht geschickt und Frau Grambow ist eine sehr aktive Feuerwehrfrau.
Ich glaube, es gibt neben den schon gesammelten Unterschriften weitere Befürworter. Wer von den Gemeindevertretern würde die Fremdfirmen einweisen? Wer weiß, was wann wo gemacht werden muss?
Ich habe da meine Bedenken und sehe unser Dorf zuwachsen. Unser Amtsdirektor Matthias Habermann hat seinerseits schon Bedenken angemeldet, was ich und weitere Bürger gut finden.
Ich persönlich, meine Angehörigen und weitere Bürger unseres Ortsteils Brügge freuen sich, wenn dieser Beschluss nicht rechtskräftig wird.“

Dietrich Olinski, Brügge

 


In der Tagesordnung der Gemeindevertretersitzung am 18. 09. 2017 gab es den Punkt 8 = „Auflösung des Bauhofes der Gemeinde Halenbeck-Rohlsdorf zum 31. 12. 2017 Beschluss-10/2017“.
Enttäuschend war, wie wenige Bürger gerade auf Grund dieses Tagesordnungspunktes an der Versammlung teilnahmen.
Es erfolgte die Beantragung, dass dieser Tagesordnungspunkt abgesetzt wurde. Mit diesen Spielchen kenne ich mich ja nun gar nicht aus.
Noch gibt es die Gemeindearbeiter, der Gemeinderat hält sich bedeckt: also werde ich jede Gemeindevertretersitzung die gleiche Frage stellen: „Was wird mit unseren Gemeindearbeitern?“
Na das wird lustig….

meint Elvira Gwozdz.